Wie der Regen uns zum Zweifeln brachte

Zwischendurch zweifelte gerade Michael sehr mit dem Reisen an sich, unserer unkomfortablen, einfachen Ausrüstung in Kombination mit dem Wetter, das uns zu dritt auf 10 qm einpferchte. Ständig gehen in gebückter Haltung unter der Plane. Ein Königreich für einen Wohnwagen, ein Wohnmobil oder zumindest ein Hauszelt! Mehr Schutz vor Wetter und “Kälte”.

Ich blieb, wie meistens, optimistisch und bedürfnisorientiert. 
“Wenn wir alle eine Nacht im warmen Bett geschlafen haben, gehts uns besser.” 

 

Unser Lager in Hänigsen / Niedersachsen

Weder Kälte noch Nässe an sich machen krank. Doch ständig in nass-kalter Umgebung hat der Körper viel zu leisten, um sich aufzuwärmen. Dieser Aufwärm-Prozess ist eine willkommene Lücke im Immunsystem für Krankheits-erreger.  3 Tage in mehr oder minder kalter, aber ständig nasser Umgebung, das fährt dir in die Glieder, das geht sprichwörtlich durch Mark und Bein. Wir glaubten schlicht ausgelaugt zu sein “durchgeregnet” und beschlossen, weiter zu fahren und uns für eine Nacht in Zimmer zu nehmen. Auch ist es zu dritt auf einer Luftmatratze wirklich kuschelig-eng und jeder sehnte sich nach Schlaf mit Ellenbogenfreiheit.
Zwischendurch zweifelte gerade Michael sehr mit dem Reisen an sich, unserer unkomfortablen, einfachen Ausrüstung in Kombination mit dem Wetter, das uns zu dritt auf 10 qm einpferchte. Ständig gehen in gebückter Haltung unter der Plane. Ein Königreich für einen Wohnwagen, ein Wohnmobil oder zumindest ein Hauszelt! Mehr Schutz vor Wetter und “Kälte”.

Ich blieb, wie meistens, optimistisch und bedürfnisorientiert.

“Wenn wir alle eine Nacht im warmen Bett geschlafen haben, gehts uns besser.”

Zwischenstop 5: Groß Laach, Ferienwohnung

 

Wir sind nochmal etwa 170 km gefahren und haben eine schnuckelige Ferienwohnung gefunden. Mittlerweile sind wir im Osten Deutschlands angekommen und kommen der Küste immer näher. Noch 200 km trennen uns von unserem nächsten festen Ziel: Stralsund. Hier treffen wir langjährige Online-Freunde.

Glücklich im Trockenem und Warmen

Gestern sind wir glücklich, wenn auch müde angekommen. Die Besitzerin war so lieb, uns unsere Wäsche zu waschen und zu trocknen. Sie war sich nicht sicher, ob die Waschmaschine hier in der Ferienwohnung funktioniert.

“In einer Nacht bekommen Sie das sowieso nicht trocken, bringen Sie’s einfach rüber, ich stell’s Ihnen dann morgen früh einfach rein.”

Ich war völlig baff, so lieb empfangen zu werden.

Bezüglich meiner Vermutung, wir hätten einfach nur Bedürfnisse nach Wärme, Komfort und Schlaf hatte ich mich leider vertan. Ja, diese Bedürfnisse waren bei allen vorhanden und verstärkt, aber nicht durch vorherigen Mangel, sondern durch Krankheit. Ich habe heute Bauchschmerzen, Michael hat die halbe Nacht im Bad verbracht mit Brech-Durchfall. Der Zwerg hat Durchfall, ist aber als einziger quick fidel. Es heißt nun also einen weiteren Tag regenerieren.

Das hat uns nochmal gezeigt, wie schwer es sein kann, die eigenen Bedürfnisse zu deuten und dass gerade offene Bedürfnisse in Kombination mit Wetter einen relativ schnell zum Zweifeln bringen können.

 

Ich habe mein Herz weit weggestoßen.

Viele von uns wollen irgend etwas überdecken, übertünchen, abmildern oder auspolstern. Mit Schokolade, mit Zeug, mit Substanzen, mit Aufmerksamkeit und falsch verstandener Liebe, mit Arbeit und Leistung, mit Perfektionismus,….

Warum Loslassen dich weich macht

Viele von uns wollen irgend etwas überdecken, übertünchen, abmildern oder auspolstern. Mit Schokolade, mit Zeug, mit Substanzen, mit Aufmerksamkeit und falsch verstandener Liebe, mit Arbeit und Leistung, mit Perfektionismus,….

Ich fühle mich momentan durch das Auflösen unserer Wohnung: NACKT. Weich. Sensibel. Verletzlich.
Geschätzte 10 Themen sind emotional auf einmal aufgeploppt.
Ich bin wieder meinem wunden Kern ein großes Stück näher gekommen. Habe Wunden gefühlt, betrauert, gesehen von denen ich nicht wusste, das es noch Wunden sind.

“Da war ich doch schon mit drei Leuten dran. Ist das denn immer noch nicht gut?”

Offenbar so gut, dass die Wunde sich zeigen mag.
Gegenstände, Zeugs, tonnenweise Kleidung waren das Pflaster für meine Wunden. Jahrelang auch Substanzen unterschiedlichster Art.
Ich habe überdeckt, übertüncht, abgemildert, SICHTBAR ausgepolstert und betäubt, Schmerz zerschnitten.
Was hat es gebracht? Erleichterung? Kurzfristige vielleicht. Was ich wirklich getan habe: ich habe mein Herz weit weggestoßen. Ich habe es weggedrückt so gut ich konnte.

Ich habe andere beschuldigt, habe sogar wirklich geglaubt, sie seien Schuld. Meistens waren das Menschen, die nicht bereit waren, mein Herz für mich zu tragen, damit ich es nicht fühlen musste.
Ich konnte mein Herz nicht (er-)tragen. Es war zu schwer für mich.
Wie bin ich aus dem Dilemma rausgekommen?

 

Mir wurde gezeigt, wie ich mein Herz tragen kann, ohne unter der Last zusammen zu brechen und gleichzeitig wurde mir gezeigt, wie ich mein Herz “ausschütten” kann. Den Beutel leeren. Das ist es, was wir im Heute in unseren Begleitungen und Kursen machen: Wir zeigen dir, wie dein Herz wieder leichter wird. 

Heute ist mein Herz nicht mehr schwer, aber ich habe ähnlich wie ein Luftballon mit Pappmasché viele, viele Lagen an Pflastern drüber geklebt.
Ich bin seit ZWEI Jahren damit beschäftigt, diese Pflaster wieder abzuwickeln.
Oh, da ist ja auch noch eins…. was ist da denn drunter versteckt? AUA… das mag ich eigentlich nicht fühlen… aber nur wenn ich es fühle, kann es heilen. 
Um den Schmerz, der sich darunter verbirgt, aushalten zu können, ist es wichtig zu wissen, wie so ein Herz zu (er-)tragen ist. Der Kreis schließt sich….

Wo kannst du den Kurs oder das Einzelcoaching buchen?
Bald… jetzt gerade, sind unsere Herzen dran. 
Wir fühlen. Wir sehen. Wir schauen unter Pflaster. Wir finden Pflaster und Wunden. Wir lassen los…..

Wie du lernen kannst, dein Herz zu tragen?
Das erfährst du mit einfachsten Mitteln, die (fast) jeder Mensch besitzt, in unserer Facebook-Gruppe:
Selbstliebe durch Ordnung und positives Denken.

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Besuch in der zukünftigen Gemeinschaft

Eines der drei Kinder steckt den Kopf zur Tür herein. “Essen? Hunger!”

“Gleich fertig. Wenn du möchtest, darfst du die Teller schon Mal rübertragen.” stolz nimmt die dreijährige die Kinderteller entgegen.

Sie darf helfen, sie hat auch eine Aufgabe. Sie trägt zur Gemeischaft bei.

Das Klappern der Teller ruft die anderen beiden herbei. Auch sie nehmen gerne Geschirr entgegen.

Das bedeutet für uns Zusammenleben in der Gemeinschaft.

Ein großer Topf steht leise blubbernd auf dem Herd. Ein Teil der Erwachsenen sitzt gemeinsam in der Küche, kocht, schnippelt und putzt Salat. Es ist teils ruhig, harmonisch, fast schon meditativ.

Teils typische Hektik beim Kochen, strukturierte Aufteilung von Schneidbrettern, Gemüse und Schüsseln. Gemeinsam kochen für sieben Personen. Heute gibt es Spaghetti-Bolognese mit frischem Gemüse und einem gemischtem Salat.

Eines der drei Kinder steckt den Kopf zur Tür herein. “Essen? Hunger!”

“Gleich fertig. Wenn du möchtest, darfst du die Teller schon mal rüber tragen.” stolz nimmt die dreijährige die Kinderteller entgegen.

Sie darf helfen, sie hat auch eine Aufgabe. Sie trägt zur Gemeischaft bei.

Das Klappern der Teller ruft die anderen beiden herbei. Auch sie nehmen gerne Geschirr entgegen.

“Piep,Piep,Piep. Wir ham uns alle lieb. Jeder isst soviel er kann, nur nicht seinen Nebenmann. Piep, Piep,Piep, wir ham uns alle lieb. Bravo!gut gekocht! Wir klatschen.”

Mit sieben Menschen gemeinsam essen. Nicht nur die Kinder lieben dieses Ritual. Auch den Großen geht das Herz auf. Gemeinschaft. Zugehörigkeit. Wertschätzung.

Was sonst manchmal zu Unmut führen kann, wird von den Kindern mit Freude, mit Bestimmtheit eingefordert: Jetzt geht es ins Bad zum Zähneputzen. Alle drei zusammen. Gekicher. Rangeleien um den besten Platz am Waschbecken. “Hier ich zähneputzen!”

Ein Erwachsener bringt die Kinder ins Bett, hilft ihnen beim Zähneputzen und umziehen.

Die anderen Erwachsenen räumen den Tisch ab, räumen das Geschirr in die Spülmaschine, stellen Knabberkram, Getränke auf den Wohnzimmertisch. Erwachsenenzeit.

“Die Mamas kommen bitte zum Gute Nacht sagen.”

Im Kinderzimmer stehen ein Feuerwehrbett und ein Hochbett. Alle drei Kinder schlafen zusammen. Ich gehe von Bettchen zu Bettchen zu Bettchen und wünsche eine gute Nacht. Seeliges Kinderlächeln. So schön.

Letztens ist die dreijährige auf der Couch bei Mama eingeschlafen und unser Kleiner beim Papa im Gästezimmer.

Der siebenjährige geht ins Kinderzimmer, sieht die leeren Betten und ruft: “Also, alleine schlafe ich sicher nicht!”

Verständnisvolles Lächeln. Wir großen würden auch nicht alleine schlafen wollen. Unser Zwerg braucht gerade eine Extra-Portion Papa. Nach ereignisreichen Tagen kommt er nur schwer runter.

Der siebenjährige kuschelt sich zu seiner Schwester und der Mama auf die Couch.

Ich gehe in den Garten. Atme die kühlere Abendluft genussvoll ein. Manchmal habe ich auch Lust, nochmal in den Pool zu steigen. Diese Stille! Ich bin hochsensibel und darf gut auf mich achten. Erdung. Nach nur wenigen Minuten bin auch ich runtergefahren.

So sehr ich das alles hier liebe: ich bin froh, wenn die untere Wohnung im Haus frei wird, und wir mehr Platz haben. Bis dahin werden noch einige Monate vergehen, wir werden oft herkommen und viel reisen.

Zuhause ist da, wo dein Herz wohnt.

Ich gehe wieder nach Oben. Die Kinder schlafen. Im TV läuft Sascha Grammel. Zum ersten Mal seit einem Jahr freue ich mich über den Fernseher. Wir gammeln zu viert auf der Couch. Quatschen, klönen, lachen. Manchmal ist es auch ganz ruhig. Ein oder zwei Lesen oder spielen Handyspiele. Es darf so Sein, wie es gerade ist. Wie jeder es gerade braucht.